Kambodscha Reisefuehrer
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Auf einen Blick:

- Poipet liegt an der Grenze zu Thailand und ist der wichtigste Grenzübergang ins Nachbarland.

- Poipet ist wenig einladend und dient fast ausschließlich auls Touristenhub.

- Es gibt hier einen Kasinostreifen mit illegalem Glücksspiel für Thai.

- An der Grenze läuft eine üble Abzocke. Am besten glaubt man überhaupt niemandem hier.

- Visa on Arrival gibt es für 20 Dollar. Geld sollte man hier auf keinen Fall tauschen.

Kambodscha Flagge 

 


 

 

 


Poipet



Poipet ist eine kleine Stadt an der thailändisch-kambodschanischen Grenze. Hier befindet sich der wichtigste Grenzübergang zwischen den beiden Ländern. Viel mehr gäbe es zu Poipet eigentlich nicht zu sagen, denn außer schnell weiter fahren, gibt es hier eigentlich nichts zu tun. Da die Einreise nach Kambodscha ihre Tücken haben kann, wollen wir trotzdem etwas ausführlicher darauf eingehen.

Poipet liegt in der Provinz Banteay Meanchey. Obwohl es hier eigentlich nichts zu sehen oder zu tun gibt, die Stadt ein Dreckloch ist (um es mal vorsichtig auszudrücken), erfreut sie sich großer Popularität bei den Thai. Woran das liegt? Neben seiner eigentlichen Funktion als Grenzübergang dient es mittlerweile auch als Spielerparadies für Thai. In einer schmalen Sonderzone (Kambodschaner haben keinen Zutritt) können Thai zocken, ohne extra durch die kambodschanische Einwanderung zu müssen. Das Ganze ist zwar allerhöchstens halblegal, das sieht man a) den Kasinos von außen nicht an und b) kümmert es niemanden.



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Poipet, so sagt man, reimt sich nicht umsonst auf das englische "toilet". Es ist wirklich kein besonders schöner Ort. Er ist voller zwielichtiger Gestalten, staubig und unansehnlich. Sobald die Einreisemodalitäten hinter sich gebracht hat, steigt man schnurstracks in den nächsten Bus nach Siem Reap. Die einzige Ausnahme von dieser Regel sind die Kasinobesucher. Mit denen wollen wir uns nicht weiter aufhalten.

Es soll hier mehr um das Überqueren der Grenze gehen, denn da lauern etliche Fallstricke. Das Problem liegt aber weniger auf kambodschanischer Seite, obwohl ich nicht ausschließen kann, dass die eine ähnliche Nummer abzuziehen versuchen, sondern eher auf Thai Seite. In Aranyaprathet (dem thailändischen Pendant zu Poipet) hat sich eine ganze Industrie darauf spezialisiert, ahnungslose Reisende abzuzocken.



Grenzübergang von und nach Thailand - Vorsicht!

Wer zum Beispiel mit dem Zug aus Bangkok, der Haupstadt von Thailand, kommt und sich ein Tuk Tuk zur Grenze nimmt, wird von dem wahrscheinlich zur kambodschanischen Botschaft geschleppt werden, mit dem Hinweise, dass man vor dem Grenzübertritt ein Visum braucht. Das kostet natürlich etwas extra und der Tuk Tuk bekommt davon seinen Anteil. Nicht darauf eingehen und darauf bestehen, dass er direkt zur Grenze fährt!

PoipetNicht viel besser geht es Reisenden, die mit einem der Touristenbusse oder Gringo Vans kommen. Sie werden in aller Regel in einem der Reisebüros abgeladen, wo einem eingeredet wird, ein Visum koste 1300 Baht und dass man es über das Büro machen sollte. Auch das ist natürlich Unfug! Die Reisebüros sind allerdings noch einen Tick schlimmer. Sie erzählen einem und scheinbar aus reinem Spaß die seltsamsten Geschichten. So behaupten sie steif und fest, dass man in Kambodscha keine Baht tauschen kann. Ich habe leider nicht die geringste Ahnung, welchen Vorteil die Agenturen aus diesen Quatschinformationen ziehen, ich kann nur sagen, dass diese Auskunft falsch ist.

Richtig ist: Ein Visum für Kambodscha erhält man problemlos direkt an der Grenze. Die sogenannten "Visa on Arrival" Büros befinden sich direkt hinter der Thai Einwanderung. Man lässt sich also den Pass ausstempeln (wichtig!) und geht dann weiter. Auf der linken Seite sieht man dann die Büros. Wie zeitraubend der Erwerb eines solchen Visums ist, hängt von mehreren Umständen ab.

Idealerweise sollte man morgens kommen. Da ist es nicht so voll und der Beamte mit etwas Glück noch bei Laune. Mittags kommen die Busse und da kann es länger dauern.


Richtig ist auch: Ein Visum für Kambodscha kostet 20 US Dollar. Ob man das Visum für diesen Preis bekommt ist allerdings nicht garantiert. Oft versuchen die Grenzer, einem 1000 Baht aus der Tasche zu ziehen. Das sind fast 30 Dollar. Wer es eilig hat, geht darauf ein, ansonsten beginnt hier das Geduldsspiel. Wenn man Pech hat, zieht sich der Beamte eingeschnappt zurück, wenn man nicht auf seinen Preis eingeht. Ich würde auf jeden Fall behaupten, keine Baht zu haben. Auf die Art muss er den Preis in Dollar ansagen. Man sollte sich auf keinen Fall einschüchtern lassen. Die Preise stehen fest und sind dort auch auf Schildern angezeigt. Gebühren sind nichts als Bestechungsgelder! Wer bereit ist, die zu zahlen hat sein Visum sofort, wer sich weigert muss eventuell warten.


Oft genug geht es mittlerweile aber auch ohne Bakschisch. Es scheint nachwievor von der Tagesform abzuhängen, es gab zuletzt aber weniger Beschwerden.


Den Einreisestempel bekommt man dann vergleichsweise problemlos. Auch hier wird man gefragt, ob man gegen ein geringes Entgelt die Schlange überspringen will. Ich würde aber auch das ablehnen. Abhetzen braucht man sich in der Regel nicht. Egal was die selbsternannten Experten dort sagen, der Bus wartet solange, bis der letzte da ist. Die 200 Baht kann man sich also getrost sparen.


Hinter dem Stempelbüro wartet dann ein kostenloser Minibus. Der bringt einen zum Busbahnhof. Dort kann man (so man individuell angereist ist) ein Busticket kaufen und Geld tauschen. Die Umtauschraten hier sind extrem lausig, es ist also die übliche Abzocke. Die Empfehlung, hier Geld zu tauschen, ist so schlecht wie all die Empfehlungen vorher. Riel bekommt man als Wechselgeld! In Kambodscha braucht man Dollar und die bekommt man an jedem Geldautomaten. Und von denen gibt es in Siem Reap genug.


Von diesem "Busbahnhof" wird dann in einen weiteren Minibus verfrachtet. Der bringt einem zum richtigen Bus, der irgendwo an der Straße wartet. Sobald er voll ist, fährt er ab. Im Extremfall sitzt man dort also ein paar Stunden fest. Das Ganze macht Null Sinn aber wie heißt es so schön: Andere Länder, andere Sitten.



Mehr gibt es zu Poipet eigentlich nicht zu sagen.





 



 

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